Gelebter Zusammenhalt
Am Ahrntaler Rußbachhof der Familie Marcher packen alle Generationen mit an – auf der Alm, im Wald, auf Feld und Hof.
Als Walter, der Altbauer, den auf 1.200 Metern Höhe gelegenen Rußbachhof von seinem Vater übernahm, führte noch nicht einmal eine Straße zur Hofstelle. Fast alles musste erneuert werden. Doch gemeinsam mit seiner Frau hat er diese Herausforderung mit Herz und Hingabe angenommen. Als ihr Sohn Tobias bereit war, den traditionsreichen Erbhof zu übernehmen, hat das Walter sehr gefreut. Heute arbeiten sie Seite an Seite: Für die Tiere, den Wald und das Leben am Hof. Frisch gebackenes Brot, Krapfen und andere hofeigene Spezialitäten entstehen hier mit viel Erfahrung und Hingabe. Die Rezepte sind nirgends festgehalten – sie werden seit jeher mündlich weitergegeben und von Generation zu Generation bewahrt.– Dass die Arbeit so untereinander aufgeteilt werden kann, ist ein Glück. Denn so bleibt Zeit für persönliche Wünsche und für die nächste Generation, die Enkelkinder, die auf dem Hof aufwachsen.
Mit Leidenschaft für die Natur
Gemeinsam stark
Walter: „Das wäre alles nichts, wenn die Familie nicht so zusammenhalten würde. Das ist das Um und Auf.“
Von einer kleinen Hofstelle mit wenigen Milchkühen zu leben, ist heute kaum mehr möglich. Es braucht einen Zuverdienst, der schnell zur Doppelbelastung werden kann, wenn nicht die gesamte Familie zusammen hilft. Eine der größten Herausforderung und gleichzeitig eine der schönsten Aufgaben im Jahresverlauf ist die Heuernte an den extremen Steilhängen Die ganze Familie arbeitet Hand in Hand und das Gemeinschaftsgefühl ist stark.
Als zentrale Kraft des Hofes hält die Bäuerin das Hofleben zusammen. Ähnlich wie im Zusammenspiel zwischen den Generationen braucht es auch zwischen Tradition und Moderne ein ausgewogenes Gleichgewicht sowie eine Weiterentwicklung, die Bäuerinnen mehr soziale Sicherheit gewährleistet.
Die schönen Seiten des Hofalltags erleben Walter und seine Familie vor allem in der Arbeit im Freien und der unmittelbaren Nähe zur Natur, in der Selbstständigkeit sowie in der Freude an hochwertiger Milch. Wenn im Herbst der Almabtrieb gefeiert wird, wird deutlich, was gemeinsam geschaffen wurde – ein Gefühl tiefer Zufriedenheit, das bleibt.

